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Steckbriefe


03.07.2017 - 16:35 von Klaus Steffan


Mit welchen Erwartungen trittst Du in Erfurt an?
An mich selbst stelle ich meistens keine Erwartungen, vor allem nicht im Leistungsbereich. Warum? Nun, Erwartungen zu haben heißt nichts anderes, als sich im Vorfeld eine Messlatte zu erstellen, zu sagen: "So hoch (mindestens) sollte meine Leistung sein". Aber sobald ich das tue, fange ich an, mich an meinen Erwartungen zu messen, meine Ergebnisse damit zu vergleichen. Ich vergleiche mich und meine Leistung mit dem im Vorfeld von mir geschaffenen fiktiven Erwartungs-Ich. Die Erwartungen werden zu dem Normalen und ich muss mich anstrengen, um dieses "Normale" zu erreichen. Wenn ich gewinne, denke ich "gut, nur noch (...) bis zu dem, was ich mir vorgenommen habe" anstatt zu denken "Oh, toll! So, und jetzt die nächste Partie...". Ich lebe sozusagen nicht in der Gegenwart, sondern in der erwarteten Zukunft (in welcher ich mein Ziel erreicht habe), blicke zurück und feuere mein früheres Ich an, den Weg zu gehen, um mein Ich bzw. mein "Erwartungs-Ich" aus der (ausgedachten) Zukunft zu werden.
Wenn unter dem Begriff "Erwartungen" auch Ziele, Wünsche, Hoffnung mit hineinspielen, dann... wäre es natürlich schön, einige interessante Kampfpartien zu spielen. Noch schöner wäre es, auch einige von ihnen zu gewinnen. Und natürlich wird es immer schöner, je mehr Partien man gewinnt und desto weniger man verliert... Aber empfindet nicht jeder so?
Oder sollte ich hier lieber aufschreiben, welches Ergebnis ich meinerseits für am wahrscheinlichsten halte, so wie manche Menschen versuchen, Fußball-Ergebnisse vorauszusagen, oder vielleicht sogar eine Schnittstelle finden zwischen meinen Wünschen und dem, was ich für "wahrscheinlich" oder "machbar" halte? Das versuche ich immer dann zu tun, wenn man mich nach meinen Zielen fragt. Aber wie kann ich mir so etwas zutrauen? "Hm, 5/9 halte ich für realistisch." Bei genauerem Hinsehen bedeutet das jedoch, dass ich mir "vornehme" 4 Partien zu verlieren. "Die erste könnte ich vielleicht gewinnen, wenn ich mich anstrenge, aber die Zweite, nein, zweimal hintereinander zu gewinnen ist wohl eher unwahrscheinlich; die dritte Partie..."...? Letzten Endes versuche ich, mich in einen Außenstehenden hineinzuversetzen und überlege aus seiner Sicht, welches "Ziel" wohl für mich am angemessensten erscheint (was eigentlich jedoch nicht Ziel der Sache istglücklich).

Zum kompletten Gespräch ...
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